Atemschutz

Der Atemschutz - Herzstück der Feuerwehr

Die Bekämpfung von Bränden wird weitläufig als wichtigste Aufgabe der Feuerwehr wahrgenommen. Erfüllt wird sie von speziell ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern. Mittels ihrer außenluftunabhängigen Luftzufuhr und einer besonders feuerfesten Schutzausrüstung sind diese in der Lage, den heißen Temperaturen, tödlichen Atemgiften sowie dem bei Löscharbeiten entstehenden, kochend heißen Wasserdampf zu trotzen. Dadurch können sie auch im fortgeschrittenen Stadien des Brandes im Rahmen eines sog. Innenangriffs tief in betroffene Gebäude eindringen und das Feuer direkt bekämpfen. Die wichtigste Fähigkeit unserer Atemschutztrupps ist jedoch Rettung von Menschen aus verrauchter, lebensfeindlicher Umgebung. Durch eine sog. Fluchthaube können aufgefundene Personen vorübergehend vor tödlichem Rauchgas geschützt und aus dem Gebäude gerettet werden. 

 


Die besonderen Anforderungen an Atemschutzgeräteträger

Der Einsatz eines Atemschutzgeräteträgers ist sehr gefährlich und körperlich wie geistig überaus fordernd. Nicht nur die schwere Schutzausrüstung, das Atemschutzgerät sowie die im Innenangriff mitgeführten Gerätschaften eine Menge Kraft, auch das Vordringen in verrauchtes, brennendes Gebäude und die Durchführung einer Menschenrettung setzen eine enorme physische Leistungsfähigkeit voraus. Im Innenangriff ist der Angriffstrupp auf sich allein gestellt und hat in der Regel nur eine Chance, seinen Einsatz erfolgreich abzuschließen. Dies erfordert eine besondere Bandbreiten an Fähigkeiten:

  • Orientierung im Rauch & Personensuche: jeder Innenangriff in einem verrauchten Gebäude ist ein Kampf gegen die Uhr. Schlechte Sicht macht dabei bereits das Vordringen zum Feuer zu einer echten Herausforderung, insbesondere aufgrund des mitgeführten Equipments. Um vermisste Personen auch auf Null Sicht in unbekannten Räumlichkeiten lokalisieren und retten zu können, lernen Atemschutzgeräteträger spezielle Suchtechniken, die sie auch unter enormem Stress in die Lage versetzen, das ihnen zugewiesene Suchgebiet vollkommen abzudecken. Als sehr hilfreich hat sich hierbei der Einsatz einer Wärmebildkamera erwiesen.
  • Vordringen in verschlossene Räume: Hindernisse (etwa verschlossene Türen) müssen schnell überwinden werden können. Hierfür ist der Angriffstrupp mit Brechwerkzeug ausgerüstet, dessen Handhabung er auch unter enormem Stress ohne Sicht beherrschen muss.
  • Menschenrettung: ist die vermisste Person aufgefunden gilt es, sie gegen das tödliche Rauchgas zu schützen und aus dem brennenden Gebäude zu retten. Dies geschieht Hilfe einer sog. Fluchthaube, welche der betroffenen Person übergestülpt wird und ihre Umgebungsluft für eine kurze Zeitspanne von Atemgiften reinigen kann.
  • Brandbekämpfung: Auch die Brandbekämpfung in einem brennenden Raum bringt besondere Tücken mit sich.  In der Anfangsphase eines Brandes ist der potentielle Wasserschaden eines Löschangriffs zu bedenken und Wasser nur kontrolliert einzusetzen. Ist des Brand weiter fortgeschritten wächst die Gefahr eines sog. Flashovers, der potentiell tödlichen Durchzündung von Rauchgas. Im Innenangriff ist deshalb höchste Konzentration und die Fähigkeit zum "Lesen" des Rauchverhaltens unabdingbar.
  • Rettung verunglückter Kameraden: Aufgrund der geschilderten Gefahren im Innenangriff steht außerhalb des Gebäudes stets ein Sicherungs- oder Rettungstrupp bereit, um verunglückte Kameraden schnellstmöglich retten zu können. Für den Fall, dass das Atemschutzgerät eines Kameraden versagen oder der Luftvorrat aufgebraucht sein sollte führt dieser Trupp eine Sicherungstasche mit Sauerstoff mit sich, an welche die Maske des Verunglückten während der Rettung angeschlossen werden kann.

 


Wie wird man eigentlich Atemschutzgeräteträger? 

Um den an sie gestellten Anforderungen gerecht werden zu können, ist eine besondere Ausbildung erforderlich, um als Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden zu können. Nachdem ein Arzt dem Feuerwehrdienstleistenden die vorausgesetzte körperliche Leistungsfähigkeit bescheinigt hat, erfolgt die Grundausbildung für AGT bei der Berufsfeuerwehr Augsburg. Diese besteht aus einem theoretischen Teil sowie praktischen Stunden in der Strecke, einem Trainingsparcour bzw. einer Simulationsanlage für den Innenangriff in verrauchten Gebäuden. Nach Bestehen des Lehrgangs kann der frischgebackene AGT in den Einsatz gehen. Nichtsdestotrotz ist beständiges Üben am Standort erforderlich, um die notwendigen Fertigkeiten in Fleisch und Blut übergehen zu lassen und den Feuerwehrdienstleistenden auf die Herausforderungen des Einsatzes vorzubereiten. Um die Sicherheit der AGT-Trupps zu gewährleisten, wird ihre Einsatzfähigkeit nach einer Reihe Tests jährlich neu zertifiziert.